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Panel zum Thema

»Campus Workshop«

Der folgende Text gibt einen Ausblick auf das geplante Panel unter der Leitung von Prof. Dr. Gernot Wolfram, Fachhochschule Kufstein, Cultural Studies. Die Ergebnisse des Panels werden nach dem 2. WORLD CULTURE FORUM 2009 (8. Oktober – 10. Oktober) an dieser Stelle veröffentlicht.


"Heute siehst du anders aus - interkulturelle Körperbilder"

Inhalt:

Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, wie stark unsere Vorstellungen von kultureller Identität und Zugehörigkeit von bestimmten Körperbildern geprägt sind, die sich in unserem Alltag ständig wiederholen. Vor allem soll es darum gehen, zu zeigen wie im öffentlichen Raum Inszenierungen von `Körperbesitz` vorgeführt werden. Welche Informationen werden aus unseren Körper herausgelesen? In welchem Maße sind wir bereit, unseren Leib zur Verfügung zu stellen, ihn zu verändern oder verändern zu lassen? Körperkonzeptionen aus anderen Kulturen werden bei diesen Fragestellungen häufig, wenn sie überhaupt auftauchen, als lustig, exotisch oder Mitleid erregend dargestellt, beispielsweise in der Werbung.

Der Workshop, der sich an deutschsprachige wie internationale Teilnehmer richtet, geht folgenden Fragen nach:
I. Welche Veränderungen von Körpern wiederholen sich fortwährend in unserem Alltag in den Bereichen Kultur, Arbeit und Sport?
II. Welche Potentiale an Angst, Kitsch und subtiler Aggression verbergen sich in ihnen?
III. Was könnten funktionierende Ansätze einer interkulturellen Sensibilisierung für vielfältigere Körperdarstellungen aus anderen Kulturen sein?
IV. Welche Rolle spielt die persönliche Biographie als „Schutz“ vor Körpervereinnahmungen?


Ziel des Workshops:

Aufgrund der Kürze der Zeit soll es darum gehen, den Teilnehmer/Innen die Chance zu geben, kurze und prägnante „Gegen-Sätze“ zu entwickeln, d.h. kurze Statements zu kreiern, gern auch mit Hinweisen auf Weblinks, eigene Projekte (Arbeit in Vereinen, Clubs, Sportstätten etc.) oder durch die Repräsentation graphischer Elemente (Piktogramme, Veränderung bestehender Symbolzeichen etc.) Diese Ergebnisse werden dann in die Publikation der Ergebnisse des Workshops einfließen. Die Wahrnehmung der spontanen Reaktionen der TeilnehmerInnen auf das Thema Körperbilder entspricht auch dem Interesse an Moment-Reaktionen, die wichtig sind für die Analyse von kulturell geprägten Wahrnehmungsmustern.

Aufbau des Workshops:

I. Präsentation des Themas anhand von visuellen Beispielen aus der Körperbilder-Forschung und internationalen Kunstprojekten
II. Genauere Beleuchtung dieser Aspekte aus den Bereichen Kultur, Arbeit und Sport
III. Projekt „Gegen-Sätze“
IV. Vorstellung der „Gegensätze“ am Ende des Workshops
V. Außerhalb des WS: Nachbereitung der Ergebnisse und Fertigstellung des Essays für die Publikation.

Leitung des Workshop-Bereichs Sport: Prof. Dr. Sebastian Kaiser (Hochschule Kufstein/Tirol)


Interkulturalität (Körperbilder)/Literaturliste:

Anne Cauquelin (2007): Verkehr mit dem Unkörperlichen. Merve-Verlag
Gugutzer, Robert (2004): Soziologie des Körpers. Suhrkamp
Geertz, Clifford (1987): Dichte Beschreibung. Suhrkamp
Jäger, Ulle (2004): Der Körper, der Leib und die Soziologie. Entwurf einer Theorie der Inkorporierung.
Latour, Bruno (2004): Iconoclash. (merve)
Shilling, Chris (2003): The Body and Social Theory
Sennett, Richard (1997): Fleisch und Stein.Suhrkamp
Thommen, Lukas (2007): Antike Körpergeschichte.UTB
Virilio, Paul (1994): Die Eroberung des Körpers. Fischer-Verlag. Kulturpolitische Gesellschaft (Hg.)(1997): Interkultureller Dialog. Ansätze, Anregungen und Konzepte für eine interkulturell ausgerichtete Kulturarbeit und Kulturpolitik.
Waldschmidt, Anne (2007): Disability Studies. Kultursoziologie und Behinderung. Körperkulturen. Transcript-Verlag